Ausstellung: Jüdisches Leben und Arbeiten in Schöneweide – Ausstellung vom 9.10. bis 7.11. 2026

Jüdisches Leben und Arbeiten in Schöneweide – die Geschichten von sechs Familien

Entdecken sie die Geschichten unserer ehemaligen Nachbarn. Es gab darunter große Namen, wie die Familie Rathenau, die Familie Feldmann mit ihrer Färberei oder die Familie Lehmann mit ihrer Plüschfabrik. Viele andere Familien prägten Schöneweide und machten Schöneweide zu ihrem zuhause und für alle Bewohner lebenswert.

Wir zeigen am Beispiel von sechs Familien, dass es selbstverständlich war, zumindest bis 1933, im Kaufhaus der Familie Altmann in der Wilhelminenhofstraße einzukaufen, sich juristischen Beistand bei Rechtsanwalt Paul Altmann zu holen, den man vielleicht auch aus dem Ruderklub kannte, sich im Friseursalon von Liesbeth Lewy die Haare schneiden zu lassen, sich bei Rosa Schindler ein Radio zu kaufen, sich bei Dr. Gostynski behandeln zu lassen. Man betrieb im Ruderklub mit den Nachbarn gemeinsam Sport und arbeitete bei der AEG nebeneinander. Die Kinder gingen hier in die Volksschule und ins Realgymnasium. Man traf sich mit befreundeten Familien zum Skatspielen oder machte gemeinsame Bootsauflüge.

Anhand eines historischen Stadtplans lassen sich die Wohn- und Arbeitsorte finden und damaligen Netzwerke erforschen, bis der Rassenwahn des Faschismus alles zerstörte.

An rund 35 ehemalige Bewohner wird mit Stolpersteinen erinnert. Viele Schöneweider Schülern und Schülerinnen haben die Verlegungen begleitet. Ihre Eindrücke haben sie aufgeschrieben und werden ebenfalls in dieser Ausstellung gezeigt.

Wir wünschen den Besuchern viele interessante Erkenntnisse und freuen uns auf ein ihr Feedback!

 

Ausstellung - Fotografien von Anna Pawlicki - Texte der Portraitierten.

Ausstellung: Schwatzen – Neue Porträts von Schöneweider Senior*innen

Text von Anna Pawlicki zu ihrer Ausstellung
Der Berliner Stadtteil Schöneweide wandelt sich rasant.

Industriebauten verwahrlosen oder werden zu teuren Ateliers. Eine vierspurige Straße soll durch die Wuhlheide führen, die Bewohner*innen werden heterogener und Niederschöneweide ist der derzeit teuerste Ort für Wohnen in Treptow-Köpenick.

Was sagen die, die seit Jahrzehnten hier wohnen? Wie erlebten die Menschen den Zusammenbruch der Großindustrie? Wie erleben sie den heutigen Wandel? Die Fotografin Anna Pawlicki hat sie gefragt und porträtiert.

Sie erzählen vom Blei im Boden und vom Rodeln auf Trümmern. Vom Ruß auf den Hemden und von betäubenden Maiglöckchenparfüm. Und sie erzählen von Wohnungskündigung wegen Eigenbedarf.

“Schwatzen” bedeutet für Frau Schubert: einander begegnen, aufeinander zugehen, miteinander ins Gespräch kommen. Schwatzen kann einem das Gefühl geben, Teil einer losen Gemeinschaft zu sein. Ein Schwatz ist ein flüchtiger Berührungspunkt mit jemandem, der/die andere Ansichten zu der Welt haben kann als man selbst.

Die Porträts erkunden das Phänomen, dass unser Gedächtnis keine Datenablage, sondern ein Geschichtenerzähler ist.

Die Ausstellung wird mit neuen Fotografien von Anna Pawlicki und Texten der Porträtierten im Industriesalon gezeigt.

Über die Künstlerin
Anna ist Fotografin, in Polen geboren und lebt seit 1989 in Berlin.

Sie studierte Filmkamera an der Hff Potsdam Konrad Wolff.

Im Zentrum ihrer künstlerischen Porträtfotografie steht die spontane Begegnung mit unbekannten Menschen. Sie spricht sie an ausgewählten Orten an und entwickle aus diesen Begegnungen fotografische Porträts. Die Porträts verdichtet sie zu Serien, die durch atmosphärische, räumliche oder thematische Bezüge miteinander verbunden sind. Ihre Bildsprache bewegt sich zwischen dokumentarischer Beobachtung und inszenierter Verdichtung. In ihren freien, dokumentarischen Projekten beschäftigt sie sich mit menschlicher Selbstbestimmung und botanischen Phänomenen.

www.annapawlicki.de

 

 

Guck ins Rohr – entdecke die Elektropolis Berlin!

Das war der “Walk of Fame Schöneweide 2026”

Eine temporäre  Installation, die aus 24 einzelnen Sehrohren bestand.
Sie waren entlang der Wilhelminenhofstraße aufgestellt und zeigten in Richtung der Industriegebäude auf der anderen Straßenseite.
Die Sehrohre sind weitergezogen und stehen jetzt vor  dem Industriesalon.
In jedem Sehrohr ist ein Foto zu entdecken, das für den “Fame” steht..
Es zeigt ein Motiv, aus der Zeit, als Schöneweide ein Zentrum der Berliner Elektroindustrie war.

Wo macht den besonderen Ruhm von Schöneweide aus?

Große Erfindungen, berühmte Physiker, Produkte für den Weltmarkt
– die denkmalgeschützten Industriegebäude zwischen der Wilhelminenhofstraße
und der Spree zeugen bis heute von der Innovationskraft der Schöneweider Elektropolis.

Pressemitteilung_Walk-of-Fame