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Ein Videoarchiv im Aufbau

Das Erbe der Berliner Industriekultur in Schöneweide geht zurück auf das Jahr 1895, als mit dem ersten Drehstromkraftwerk auf der “schönen Weyde” die “Stadt der Industrie” entstand. Bis heute zeugen die historischen Industriebauten an der Spree von der einstigen Größe und Bedeutung der Berliner Elektroindustrie, insbesondere der AEG. Nach zwei Weltkriegen, wechselnden politischen Systemen und weltweiten Umbrüchen sind die meisten Gebäude zwar noch erhalten, doch die Erinnerung daran, was und wie hier einst produziert wurde, verschwindet mit den letzten Zeitzeugen.

Der Industriesalon Schöneweide sammelt Zeugnisse der lokalen Industriegeschichte. Im “Gedächtnis von Schöneweide” zeigen wir Fundstücke und Eigenproduktionen. Mit den MitarbeiterInnen der ehemaligen Betriebe führen wir Gespräche – nach Möglichkeit an authentischen Orten, dort, wo sich sich der ehemalige Arbeitsplatz befunden hat. Uns interessieren persönliche Erinnerungen, Produktionsabläufe, Arbeitsverhältnisse – alles, was dazu beiträgt, die Industriekultur von Schöneweide besser zu verstehen und zu vermitteln.

Das Gedächtnis von Schöneweide

AEG Exponate im Deutschen Technikmuseum Berlin

(übernommen aus Wikipedia, 19.02.2012 entsprechend CC-BY-SA-3.0)
Die 1887 gegründete Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) war eines der bedeutendsten deutschen Elektrounternehmen. Neben Produkten für die Elektrische Energietechnik und den Haushaltsbedarf (sogen. „Weiße Ware” und Geräte zur Elektrogebäudeheizung) baute die AEG Straßenbahnen, Elektro- und Dampflokomotiven sowie im Tochterunternehmen NAG auch Automobile. Vor und während des Ersten Weltkriegs war der AEG-Konzern nach Krupp zweitgrößter Rüstungsproduzent im Deutschen Kaiserreich und baute u.a. Flugzeuge für das Deutsche Heer. In den 1930er Jahren entwickelten AEG-Techniker das „Magnetophon” für die Tonaufzeichnung auf Magnetband.
Das Unternehmen wurde 1996 aufgelöst; die Marke AEG wird jedoch von Lizenznehmern weiter verwendet.- Das umfangreiche Firmenarchiv wurde dem Deutschen Technikmuseum Berlin übergeben.

Die Kabeltrommelfabrik vom KWO

Der Bau der Kabeltrommeln für das Kabelwerk Oberspree (KWO) befand sich bis 1990 am gegenüberliegenden Spreeufer in der Nähe vom S-Bahnhof Schöneweide, direkt an der Spree. Trommelbau war harte körperliche Arbeit, die fertigen Trommeln wurden per Schiff transportiert.

Das Farbbildröhrenwerk der DDR, Teil vom Werk für Fernsehelektronik (WF)

Das moderne Fabrbbildröhrenwerk gehörte zum Werk für Fernsehelektronik, dem – mit etwa 9.000 Mitarbeitern- größten Werk Ostberlins. Das moderne Werk wurde Ende der 80iger Jahre von der DDR komplett von Toshiba gekauft und mit japanischer Unterstützung in Schöneweide aufgebaut. Der Abteilungsleiter Gerhard Preußler erklärt die Technologien.

Abriss der denkmalgeschützten Fernmeldekabelfabrik - Architekt Ernst Ziesel - im Jahr 2007

Die Fernmeldekabelfabrik, erbaut 1927-28, stand auf dem heutigen Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin(HTW). Mit dem Umbau des östlichen Teils vom ehemaligen Kabelwerk (KWO) zum neuen Campus der Hochschule, wurde die leerstehende Fabrik 2007 abgerissen, obwohl sie seit 1977 unter Denkmalschutz stand. Sie galt als eine der ersten Stockwerksfabriken in Stahlskelettbauweise. Der radiklale Funktionalismus des Architekten Ernst Ziesel war Vorreiter des Neuen Bauens – eine Bewegung, die sich ganz der Sachlichkeit und Ökonomie verschrieben hatte und die die ideelle Grundlage der Bauhaus-Schule bildete.

Der Bulle - Fahrt im Führerstand der Industriebahn durch Oberschöneweide

Führerstandsmitfahrt mit der Bullenbahn E-Lok 25001 der rumänischen Lokfabrik FAUR aus Bukarest durch die Wilhelminenhofstraße in Schöneweide im Jahre 1993 – eine Erinnerung an alte Zeiten. – Zusammen mit der wachsenden Industrie wurde auch die Industriebahn ausgebaut. Am 1. August 1901 verkehrte die erste elektrische Lokomotive in Schöneweide. 1957 war die Bahn rund 13 Kilometer lang und bediente 30 Werksanschlüsse.

1990 ging die Strecke an den VEB Binnenhafen, welche den elektrischen Betrieb auf der Strecke 1995 einstellte. Die gerade vier Jahre alte rumänische Lok wurde verschrottet, die Strecke 1996 endgültig stillgelegt. Stellenweise lassen sich heute noch Überreste wie Drehscheiben, Gleise oder Strommasten im Straßenbild erkennen.

Kunstaktionen & Ausstellungen

Erinnerungen von Zeitzeugen 

Großindustrie in Schöneweide:
WF    = Werk für Fernsehelektronik – KWO = Kabelwerk Oberspree – TRO  = Transformatorenwerk Oberschöneweide

Zeitzeuge Joachim Zamzow, WF, Werkzeugmacher, 1957 – 1992

Gerhard Preußler, WF und später Samsung, vom Ungelernten zum leitenden Ingenieur, 1965 – 2005

Dieter Scholz, TRO – nach der Wende OBS – Eisenbahner, 1969 -1999

Winfried Müller, WF, Ingenieur im Bereich Anwendungstechnik, 1958 – 1990

Klaus Eckert, WF, Ingenieur im Bereich Senderöhren, 1961-1990

Ehepaar Jacoby und Stefan Löffler, TRO, verschiedene Bereiche,1950-1996

Albrecht Heugel, WF – später bei Samsung – Ingenieur im Bereich Bildröhrentechnologie, 1964 bis 1998

Günter Herrmann, Bauingenieur, u.a. auch verantwortlich für den Bau der neuen Gummifabrik vom KWO, Ende der 70iger Jahre bis Mitte der 80iger Jahre

Christine Herrrmann, WF, Ingenieurin für Werkstoffkunde, 1957 – 1990

Christine Chlupsa, WF, Ingenieurin für Halbleitertechnologie, 1972-1991

Wolfgang Börger, TRO, Produktionslenkung im Großschalterbau, 1953 -1996

Ulli Berger, TRO, Leitung vom Kulturhaus, 1985-1990

Wolfgang Behrend, TRO, Transportabteilung, 1951-1996

Karl Aschrich, WF, Leiter vom Kulturhaus, 1967-1990

Angela Kowalczyk, KWO, Bürokraft, 1987 – 1992

Renate Glase, KWO 1969 – 1989 – Die Küchenchefin erinnert sich