
Klangrevolution
Das Magnetophon K 1 von der AEG gilt als das erste serienreife Tonbandgerät der Welt. Made in Schöneweide! Seine Entwicklung markiert den Beginn der magnetischen Tonaufzeichnung und bildet die Grundlage aller späteren Entwicklungen im Audio-Bereich.
Walk of Fame Schöneweide 2026

In den 1930er Jahren nahm ein alter Traum der Menschheit Gestalt an: AEG Ingenieure entwickelten mit dem „Magnetophon“, eine Maschine, die Musik, Sprache, Geräusche aufzeichnen und das Aufgezeichnete auch wieder hörbar machen konnte. Das AEG K 1 gilt als das erste praxistaugliche Tonbandgerät der Welt.
Auch wenn das KWO nicht der alleinige Entwicklungsort war, ist das Magnetophon doch ein Stück Industriegeschichte Oberschöneweides. Denn das KWO war nicht nur Produktionsstandort, sondern wirksam als ein Inkubator neuer Technologien, dessen Innovationskraft weit über die Kabelherstellung hinausreichte. Vorhandenes technologisches Wissen aus den Bereichen Elektrotechnik, Feinmechanik, Werkstoffkunde, Hochfrequenztechnik konnte für völlig neue Anwendungen genutzt werden. So wurden im KWO auch die Magnetköpfe gefertigt, deren Konstruktion auf Kenntnissen aus dem Transformatorenbau basierten. Dazu gehörten das Wickeln feinster Kupferdrähte, das Isolieren von Drähten, das Herstellen kompakter Spulen. Mit dem Magnetophon gelang eine Innovation, die den Rundfunk, die Musikproduktion und später die gesamte Audioindustrie nachhaltig veränderte.
Am 16. August 1935 wurde die 12. Große Deutsche Funkausstellung in Berlin eröffnet. AEG und BASF präsentierten dort erstmals das Magnetophon K 1 als das weltweit erste serienreife Tonbandgerät. Das Interesse von Fachleuten und Publikum war außerordentlich groß. Doch bereits am dritten Messetag brach in einer Ausstellungshalle ein Großbrand aus. Das Feuer zerstörte weite Teile der Halle und vernichtete nahezu alle dort ausgestellten technischen Exponate. Auch die Magnetophone wurden Opfer der Flammen. Dass die Entwicklung dennoch fortgesetzt werden konnte, verdankte sich den im AEG-Verbund – unter anderem im Kabelwerk Oberspree – vorhandenen Konstruktionsunterlagen, Fertigungseinrichtungen und dem technischen Know-how. Aus dieser Beinahe-Katastrophe entstand schließlich eine der folgenreichsten Innovationen der Audiotechnik.

