
Energieschmiede
Nach dem Vorbild des US-Autoherstellers Ford wurde in den 20er Jahren die Fließbandfertigung für die Montage in der Batteriefabrik eingeführt.


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Seit 1899 werden in Oberschöneweide Batterien produziert.
Heute firmiert die Batteriefabrik unter dem Namen BAE Batterien GmbH. Sie ist einer der letzten verbliebenen Großbetriebe der historischen „Elektropolis“.
Ihre Geschichte geht direkt auf die Akkumulatorenwerke Oberspree (AO) zurück, die 1901 von der Accumulatorenfabrik AG (AFA) übernommen wurden. Die AFA war eines der bedeutendsten Unternehmen der deutschen Elektroindustrie und entwickelte sich zum größten Hersteller von Bleiakkumulatoren in Europa. Sie verband Forschung, industrielle Großserienfertigung und moderne Industriearchitektur und trug wesentlich dazu bei, dass Oberschöneweide zu einem bedeutenden Zentrum der deutschen Elektroindustrie wurde.
1905 übernahm die AFA das Werk in Oberschöneweide. Auf dem Gelände an der Wilhelminenhofstraße entstand ein weitläufiger Fabrikkomplex, der sich zum wichtigsten Produktionsstandort für Akkumulatoren und Batterien innerhalb des Unternehmens entwickelte. Gleichzeitig wurde die Produktion kontinuierlich erweitert. Unter dem Namen VARTA wurden die in Schöneweide gefertigten Batterien weltweit vermarktet. VARTA entwickelte sich später zu einer der bekanntesten Batteriemarken Europas.
Die schwierige Lage nach dem Ersten Weltkrieg nutzte 1922 Günther Quandt gezielt aus. Er begann systematisch die Aktien aufzukaufen, so dass die AFA zum wertvollsten Teil seines Industriekonzerns wurde. Die Batterieproduktion wurde umfassend modernisiert und rationalisiert. Mit dem Bau der großen Einbauhalle wurde der Architekt Jean Krämer (1925–1926) beauftragt, ein langjähriger Mitarbeiter von Peter Behrens. Das heute denkmalgeschützte Gebäude verbindet moderne Industriearchitektur mit der neuen Fließbandfertigung für die industrielle Massenproduktion. Der stützenarme, große Produktionsraum ermöglicht einen kontinuierlichen Materialfluss. So können die einzelnen Komponenten – Platten, Separatoren, Gehäuse und Verbinder – entlang langer Fertigungsstraßen zu fertigen VARTA-Batterien montiert werden.

