Sehrohr 22 – Elektronikgigant

Rotes Sehrohr mit der Zahl 22

Elektronikgigant

Das VEB Werk für Fernsehelektronik gehörte zu den größten Industriebetrieben Ost-Berlins, ein Schlüsselbetrieb der Elektronikindustrie und zentraler Baustein der technologischen Eigenständigkeit der DDR.

Behrens-Bau bei Nacht mit einer farbigen 3D-Projektion

Walk of Fame Schöneweide 2026

Am 1.10.2017 feierte Schöneweide ein großes „Fest der Mobilität“. Höhepunkt war eine 3D-Projektion am Behrens-Bau. Auf den Tag genau vor 100 Jahren hatte hier die Automobilproduktion begonnen.

Das markante »Monument der Industriekultur« kündete damals von einem neuen Zeitalter des Verkehrs.

Nach dem Ende des Automobilbaus 1934, wurde hier auf „Führerbefehl“ an Fernseh-Übertragungssystemen für die Olympiade 1936 gearbeitet.

Nach dem 2. Weltkrieg zog die Röhrenproduktion ein. Unter wechselnden Namen etablierte sich das VEB Werk für Fernsehelektronik (WF) mit rund 9.000 Beschäftigten. Produziert wurden Bildröhren für Fernsehgeräte, Elektronenröhren und Bauelemente für die First Sensor/TE Connectivity-Funk- und Nachrichtentechnik.

Durch das Embargo der westlichen Staaten, war die DDR von moderner Hochtechnologie abgeschnitten.

Um mit der internationalen Spitzentechnologie dennoch Schritt halten zu können, wurden im WF westliche Bauelemente inclusive Herstellungsverfahren und Fertigungsanlagen nachgebaut. Neben der Produktion von Aufnahme- und Wiedergabetechnik entwickelte sich das WF auch zu einem Forschungs- und Entwicklungszentrum der elektronischen Industrie und galt als modernstes Zentrum der Mikroelektronik in Osteuropa. Alle Erzeugnisse einschließlich ihrer Technologien wurden im Betrieb selbst entwickelt und in die Produktion überführt.

Nach der Wende wurde aus dem „Volkseigenen Betrieb“ zunächst eine GmbH.

Die Treuhand suchte nach einem Käufer. 1993 übernahm Samsung SDI als neuer Eigentümer die Farbbildröhrenproduktion. Aus Teilen der Entwicklungsabteilungen entstanden erfolgreiche Technologieunternehmen, darunter First Sensor/TE Connectivity und die Iris GmbH, die die wissenschaftliche Tradition des Standorts fortführten.

Mit dem weltweiten Übergang von Bildröhren zu LCD- und Plasmabildschirmen verlor der Standort jedoch seine wirtschaftliche Grundlage. 2005 erfolgte die endgültige Schließung des Werkes.