Sehrohr 21 – Mobilitätsmotor

Rotes Sehrohr mit der Zahl 21

Mobilitätsmotor

Zwischen 1900 und 1930 war die Neue Automobil Gesellschaft einer der bedeutendsten Automobilhersteller Deutschlands.

Walk of Fame Schöneweide 2026

Historische NAG-Anzeige für Tourenwagen, Lastwagen und Omnibusse

Der Automobilbau der AEG machte Oberschöneweide zu einem Zentrum des deutschen Fahrzeugbaus.

Emil Rathenau, Gründer und Direktor der AEG, hatte die Zukunft des Automobils früh erkannt.

Ab 1900 ließ er die ersten Fahrzeuge zunächst in einer Werkstatt des neu errichteten Kabelwerks Oberspree fertigen. Zulieferbetriebe waren bereits vor Ort und die Autoreifen „Oberspree Pneumatics“ aus der KWO-Gummifabrik genossen einen sehr guten Ruf.

1901 begann die Neue Automobilgesellschaft (N.A.G.) als AEG-Tochter mit der Produktion von Personenwagen, Elektromobilen, Lastwagen und Motoren. Die Autos wurden noch einzeln unter Berücksichtigung der individuellen Kundenwünsche hergestellt.

Mit dem raschen Wachstum im Ersten Weltkrieg reichten die Hallen im Kabelwerk nicht mehr aus.

Deshalb beauftragte die AEG einen repräsentativen Neubau in unmittelbarer Nähe des Kabelwerks.

Zwischen 1915 und 1917 entstand nach Entwürfen des AEG-Chefarchitekten Peter Behrens die neue Automobilfabrik. Die markante Stockwerksfabrik mit dem weithin sichtbaren Turm gilt als ein Monument der Berliner Industriearchitektur.

Das moderne Werk war auf die serielle Massenherstellung von Fahrzeugen ausgerichtet.

Die Produktionsräume wurden durch wuchtige Treppentürme und 18 Fahrstühle erschlossen, von denen vier über eine Traglast von 6.000 kg verfügten. Karosserien und Bauteile wurden in den oberen Etagen gefertigt und montiert, das fertige Fahrzeug verließ im Erdgeschoss die Fabrik.

Die NAG-Wagen galten als leistungsstark und zuverlässig. Erfolgreich waren auch Stadtomnibusse und NAG-Lastwagen. Doch ab Mitte der Zwanziger Jahre stagnierte der Absatz. Bei der übereilten Konstruktion von Nachfolgemodellen traten große Probleme auf; sie konnten sich nicht mehr gegen die Konkurrenz behaupten, die auf Montagebändern weitaus preiswertere Fahrzeuge herstellte.

1926 fusionierte die NAG mit der Berliner Automarke Protos zur NAG-Protos.

Ende 1932 übernahm die Büssing AG die komplette Abteilung der AEG-Nutzfahrzeug-Tochter NAG; diese bestand im Unternehmensnamen als Büssing-NAG noch bis 1949 weiter.