
Kommunikationsverstärker
Da die frühen Elektronenröhren in Handarbeit gefertigt wurden, war die Qualität jedes einzelnen Exemplars unterschiedlich. Eine Original-Röhre wird im Industriesalon ausgestellt.
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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Telefonieren zwar möglich, aber nur über kurze Entfernungen.
Je länger eine Leitung war, desto schwächer wurde das Signal, bis es schließlich im Rauschen verschwand.
Hochwertige Kabel allein brachten keine Verbesserung.
1906 meldete Robert von Lieben eine erste Verstärkerröhre zum Patent an.
Gemeinsam mit Eugen Reisz und Siegmund Strauss wurde die Konstruktion kontinuierlich verbessert.
Die AEG erkannte sehr früh die Bedeutung dieser Pionierentwicklung, mit der erstmals elektrische Signale verstärkt werden konnten. Zusammen mit Siemens & Halske sicherte sie sich die Nutzungs- und Verwertungsrechte.
1912 wurde im KWO das erste Röhrenlaboratorium eingerichtet.
Unter der Leitung des Wiener Elektroakustikers Eugen Reisz und seines Mitarbeiters Georg Neumann wurde es zu einem ersten deutschen Forschungszentrum für Elektronik.
Die Voraussetzungen für die Fertigung der „Ur-Mutter“ aller Verstärkerröhren waren im KWO vorhanden.
Im Röhrenlaboratorium wurde die nach ihren Erfindern benannte Lieben-Reisz-Röhre zur industriellen Serienreife weiterentwickelt und produziert.
Die gasgefüllte Röhre hatte einen 20-fachen Verstärkungsfaktor. Sie wurde in regelmäßigen Abständen von 80 bis zu 150 km in die Telefonleitungen eingefügt. Dadurch ließ sich die Reichweite für Fernsprechverbindungen beliebig verlängern.
Nach Schätzungen entstanden insgesamt etwa 3.000 Exemplare im KWO, dann wurde die Produktion ausgelagert und durch leistungsstärkere Hochvakuum-Röhren ersetzt.
Die bei der Produktion gewonnenen Erfahrungen in der Vakuumtechnik, Metallbearbeitung und Glasverarbeitung bildeten eine wichtige Grundlage für die spätere Entwicklung moderner Elektronenröhren.

