Sehrohr 7 – Stahlbaukunst: Der Kaisersteg

Rotes Sehrohr mit der Zahl 7

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Stahlbaukunst: Der Kaisersteg

Abbildung zur Tafel „Stahlbaukunst: Der Kaisersteg“

Der Kaisersteg, ‚Aufnahme von 1907 Der im Jahr 1898 erbaute Kaisersteg war eine von der Grundrentengesellschaft Wilhelminenhof und der AEG gemeinsam erbaute Fußgängerbrücke. Der Bau lag im beiderseitigen Interesse: für die AEG verkürzte sich der Weg ihrer Arbeiter vom Bahnhof Berlin-Schöneweide erheblich und die Terraingesellschaft konnte den Wert des Erschließungsgebietes durch die zweite Spreebrücke steigern. Den Namen erhielt der neue Spreeübergang zu Ehren des Deutschen Kaisers Wilhelm Il, einem Förderer des Ingenieurwesens.

Mit dem endgültigen Entwurf betrauten die Auftraggeber den Bauingenieur Heinrich Müller-Breslau (* 1851; t 1925), Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg und der führende Statiker seiner Zeit. Seine filigrane Eisenfachwerkkonstruktion über die Spree zählte zu den bedeutenden Leistungen der Ingenieurskunst um 1900. Das „landschaftlich reizvolle Bild unserer schönen Oberspree” veranlasste Müller-Breslau nach eigenen Worten, „besondere Sorgfalt auf eine gefällige Linienführung der Gurtungen zu verwenden‘.

Die Spannweite der Mittelöffnung von 86 Metern ermöglichte einen weitgehend freien Blick über die Spree bei den erschwerten Verkehrsverhältnissen für die Schifffahrt in der Kurve. Die Portale erhielten eiserne Verzierungen in gotisierenden Formen – Bekrönungen der Portale, Zinnen, Rosetten, Wappen mit dem Reichsadler und mit allegorischen Darstellungen der Elektrizität, wie sie sich ähnlich am nahen Kraftwerk Oberspree wiederfinden. Als Werbeobjekt der AEG war die Brücke von Beginn an durch das werkseigene Drehstromkraftwerk elektrisch beleuchtet.

Zwei Bogenlampen in den Portalen und eine in der Flussmitte erhellten mit einigen Glühlampen die Brücke bei Dunkelheit.

1945

sprengten Einheiten der SS den Kaisersteg und die Treskowbrücke, um die anrückende Rote Armee aufzuhalten. Die Industrielandschaft in Nieder- und Oberschöneweide verlor damit eines ihrer prägenden Wahrzeichen. Im Jahr 2007 wurde der neue Kaisersteg als Schrägseilbrücke eröffnet.