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Das Peter-Behrens-Ufer


Planungen der DIEAG aus dem Jahr 2023. Das nachhaltige Zukunfts-Quartier mit 12.000 Arbeitsplätzen, Kunst, Kultur und Freizeitangeboten.
1990
Das VEB Werk für Fernsehelektronik wird zunächst in eine GmbH umgewandelt mit nur noch 1.400 Mitarbeitenden (von vormals rund 9.000) Dann übernimmt die Treuhandanstalt, legt Betriebsteile still und teilt den Rest in Einzelgesellschaften auf.
1993 – 2005
Der koreanische Samsung Konzern kauft das Areal für rund 20 Mio. Dollar. Der Vertrag mit der Treuhand beinhaltet: Investitionszusagen, Arbeitsplatzgarantien, Produktionsfortführung. Bei Nichterfüllung drohen Vertragsstrafen. Samsung investiert in neue Fertigungsstraßen für die Farbbildröhrenproduktion und beschäftigt 800 Mitarbeiter. – In den Folgejahren erobern Flachbildschirme den globalen Markt. Röhrenfernseher lassen sich nicht mehr verkaufen. Ein Umbau der Produktionsanlagen für völlig verschiedene LCD-Fertigungstechnologien erscheint unwirtschaftlich. Samsung beendet die Produktion.
2009 – 2019
2009 verkauft Samsung das Areal für rund 12 Mio. € an die irische „Comer Group”. Bald darauf kursieren Marktbewertungen von rund 200 Mio. € für das entwicklungsfähige Industriequartier. Doch die Pläne der milliardenschweren Comer Brüder bleiben Makulatur. Mit der Sanierung wird nicht wirklich begonnen.
2019 – 2023
Die Comer Group verkauft das rund 100.000 m² große Areal an die „Deutsche Immobilien Entwicklungs AG” (DIEAG) mit einem Gewinn von mehreren zehn Mio. Euro. Die DIEAG übernimmt die Projektentwicklung und fungiert als Investment Advisor und Asset Manager. Unter dem Label BE-U | Behrens-Ufer sollen 1.1 Mrd. Euro investiert werden. Geplant wird ein neuer Berliner Zukunftsort als energetisch autarkes Stadtquartier, eine attraktive Mischung aus historischen und neuen Gebäuden mit 235.000 m² Mietfläche für Gewerbetreibende. Nach Jahren intensiver Planung wird
2023
der erste Spatenstich gefeiert
2025
Die DIEAG steigt aus dem Projekt aus und überträgt ihre Anteile an den Investor, der von Anfang an den höchsten Anteil an der Kapitalstruktur hatte: Die VGV – Verwaltungsgesellschaft für Versorgungswerke mbH. Nach eigenen Angaben managt die VGV die Kapitalanlagen von zehn Versorgungswerken mit rund 200.000 Mitgliedern. Es ist nicht bekannt, welches Versorgungswerk heute tatsächlich der wirtschaftliche Eigentümer der Immobilie ist.
Heute
Seit dem Ausscheiden der DIEAG fehlt ein Ansprechpartner für das Projekt. —— Ob es einen neuen Projektentwickler für das Behrens-Ufer geben wird? Die direkte Kommunikation mit den Eigentümern war bisher nicht möglich. Der Behrens-Bau bleibt für Besucher verschlossen. Nach den ersten großen Abrissarbeiten auf dem Gelände scheint die gesamte Baustelle wie verwaist.
Offizielle Angaben zur weiteren Projektentwicklung liegen nicht vor. In Fachkreisen wird diskutiert, ob künftig mehr Mischnutzungen inkl. Wohnungsbau – zugelassen werden müssten, um das Projekt wirtschaftlich tragfähig zu machen.

